Jesus Freaks
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Bei den Jesus Freaks handelt es sich um eine christliche Erweckungsbewegung auf der Basis jugendlicher Subkultur. Seit der ersten Jesus-Freaks-Gemeinde, die 1991 in Hamburg entstand, haben sich mittlerweile 80 Gemeinden bzw. (z.T. kleinere) Gruppen in ganz Deutschland und darüber hinaus gebildet.
Als Gründerfigur wird Martin Dreyer genannt, der Anfang der 90er-Jahre eine Freikirche Pastorenausbildung in der Theologischen Ausbildungsstätte der Anskar-Kirche in Hamburg absolvierte. Deren geistliche Prägung könnte man als evangelikal-charismatisch bezeichen, wobei Spontanität und Kreativität in der Ausübung ihrer Religion eine entscheidende Rolle spielt. Als Vorbild gilt die Jesus-People-Bewegung aus den 60er und 70er-Jahren, die aus den USA auch nach Deutschland herübergekommen ist.
Dachverband der Jesus Freaks ist der deutsche Verein Jesus Freaks International e. V. (JFI). JFI ist seit 1994 ein gemeinnütziger Verein und hat seinen Hauptsitz in Falkensee bei Berlin. Seit Ende 2003 haben die Jesus Freaks eine Aktiengesellschaft (Jesus Freaks Commercial AG), die den „freakstyle-shop“ betreibt und für die Gastronomie beim Freakstock-Festival zuständig ist. Die AG wurde laut offiziellen Stellungnahmen der Jesus Freaks gegründet, um die Anteile daran breit zu streuen. Auch der Dachverband der Jesus-Freaks hält Anteile an der AG. Die erste Kapitalerhöhung wurde auf der Aktionärsversammlung 2005 beschlossen. Es können somit weiterhin Aktien gezeichnet werden.
In ihrer Selbstdarstellung sind die Jesus Freaks der Überzeugung, dass trotz allem, was in der Kirchengeschichte passiert ist und immer noch passiert, die Auseinandersetzung mit Jesus auch heute noch jedem einzelnen viel zu bieten hat. Der Aufbau einer persönlichen Beziehung zu Gott über Jesus stelle für die Mitglieder der Bewegung den Sinn des Lebens dar. Dabei verstehen sie es besonders als ihre Mission, jene Menschen für Jesus zu erreichen, die ihrer Meinung nach außerhalb der Wertenorm der Gesellschaft stehen oder von anderen Kirchen vermutlich abgelehnt würden.
Typisch für diese Gruppierung ist ein relativ unverkrampfter und betont jugendlicher Umgang, so werden Gottesdienste „Jesus-Abhäng-Abende“ genannt, zum Abendmahl statt Wein auch Bier gereicht, Abendmahlsliturgien gerappt oder „Thrash Metal-Lobpreislieder“ gesungen. Die Predigten der Jesus Freaks werden, was bei anderen Kirchen - insbesondere den Amtskirchen - nicht üblich ist, aufgenommen und als MP3 ins Internet gestellt. Als Symbol wird ein in ein Omega gestelltes A verwendet, welches eine Ähnlichkeit mit dem Anarcho-A aufweist. Das A und O stehen für den ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets und verweisen auf Jesu Aussage: „Ich bin der Anfang und das Ende“.
Die Jesus Freaks feiern jedes Jahr das „Freakstock – The Jesus Festival“, um sich zwischen den verschiedenen Gemeinden auszutauschen und Außenstehenden einen Einblick in die Jesus-Freaks-Bewegung zu ermöglichen. In der Gemeinschaft gibt es zwar bestimmte Eckpunkte, an denen sie ihren Glauben festmachen, jedoch keine festgelegte dogmatische Theologie.
Kritik
Es gibt von verschiedenen Seiten Kritik an Zielen und Methoden der Bewegung, zum Beispiel an der Art und Weise der Umsetzung des Glaubens sowie an der Struktur der Gemeinden. Einige Kreise werfen den Jesus Freaks Fundamentalismus und eine sektenartige, zum Teil autoritäre Sozialstruktur sowie Sektierertum vor. Der Beauftragte für Sekten- und Weltanschauungsfragen im Bistum Erfurt, Notker Schrammek, sagte in Bezug auf die Jesus-Freaks-Bewegung: „Wir wissen heute, dass wir uns bei der Bibelauslegung an wissenschaftlich anerkannte Methoden halten müssen. Das geschieht hier nicht. Es ist zu fundamentalistisch". Weiters kritisiert er, die Bewegung formiere sich sowohl in ihrer Sprache als auch in ihrem Auftreten zu einer "geschlossenen Gesellschaft".
Literatur
- Michael Ackermann: Jesus Freaks, R. Brockhaus Verlag, 1993
- JFI (hrg.), ten years after, R. Brockhaus Verlag: 2001
- Klaus Farin: Freaks für Jesus - Die etwas anderen Christen. Januar 2005, ISBN 3-936068-09-7

